LTS 227: Stallbau für die Bio-Tierhaltung: RINDER Auflage 2
Stallbau für die Biotierhaltung RINDER
2. Auflage 2010Stallbau für die Bio-Tierhaltung: RINDER
Die ÖKL-Broschüre 'Stallbau für die Bio-Tierhaltung: Rinder' (LTS 227) umfasst 56 Seiten und enthält die Kapitel
- Grundlagen (Verhalten)
- Funktionsbereiche
- Planungsdaten
- Planungsbeispiele
- Genehmigungsverfahren
- Kontakte
BEZUGSQUELLEN:
Im ÖKL: 01/505 18 91, office@oekl.at,
in Ihrer Landeslandwirtschaftskammer oder
in Ihrem BIO AUSTRIA Landesverband.
PREIS: Euro 3,00

(1) Möglichkeit zu arteigenem Verhalten der Tiere ist Voraussetzung für Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Deshalb ist z.B. die Sozialstruktur in Rinderherden zu berücksichtigen, die gekennzeichnet ist durch Dominanzbeziehungen zwischen den Tieren, der Ausbildung einer Rangordnung, aber auch durch lebenslange soziale Bindungen (Freundschaften). Im Stall sind soziale Auseinandersetzungen bedingt durch die Raumbegrenzung häufiger. Ausreichend Platz und eine Strukturierung des Stalles sind daher notwendig. Gut gestaltete Liegeboxen sind auch Voraussetzung, um Lahmheiten oder andere Probleme (z.B. Anschlagen beim Aufstehen oder Abliegen) zu vermeiden. Der im Stall fehlende Weideschritt für die Futteraufnahme muss ausgeglichen werden. Für den Aufbau der Kuh-Kalb-Beziehung sind Abkalbeboxen für eine reibungslose Geburt wesentlich.
Rinder sind besser an (trockene) Kälte als an Wärme angepasst. Kälte stellt für Rinder bei ausreichend Futter und trockener, windgeschützter Liegefläche kein Problem dar.
(2) Im Kapitel Funktionsbereiche werden aufbauend auf den gesetzlichen Mindestanforderungen (vgl. 'Planungsdaten') weiterführende Empfehlungen zur tiergerechten Haltung von Rindern gegeben:
Liegebereich
Liegeboxenlaufstall: Die Liegebox muss dem Rind ein artgemäßes Abliegen (seitliche Bewegung), Liegen und Aufstehen (Kopfschwung) ermöglichen.
Dazu sind eine entsprechende Liegeboxenlänge und -breite sowie die richtige Gestaltung der seitlichen Boxenabtrennungen und der Steuerelemente (Bugschwelle, Nackenriegel, Stirnriegel) notwendig. Tabellen geben Auskunft!
Tretmiststall und Tieflaufstall:
Tretmist- und Tieflaufställe weisen eine freie Liegefläche auf, die den Bedürfnissen der Tiere in Hinblick auf das Liege- und Sozialverhalten sehr entgegen kommt. Sie erfordern jedoch eine höhere Einstreumenge, wobei die Strohschnittlänge von Bedeutung ist.
Lauffläche
Die Böden müssen rutschfest sein und so gestaltet und unterhalten werden, dass die Rinder keine Verletzungen oder Schmerzen erleiden. Die Vorteile planbefestigter Böden überwiegen gegenüber Spaltenböden
Lauf- und Fressgänge
Lauf- und Fressgänge müssen so breit sein, dass die Tiere ungehindert und stressfrei im Stall zirkulieren und ihre natürlichen Individualdistanzen einhalten können. Für Kühe in Liegeboxenlaufställen werden Laufgangbreiten von mindestens 3,00 m und Fressgangbreiten von mindestens 4,00 m empfohlen.
Fressplätze
Für jedes Tier ein Fressplatz! Die Fressplatzbreite pro Tier sollte im Allgemeinen das 1,33-fache der Schulterbreite der Tiere betragen.
Tränke
Für Laufställe sind Trogtränken empfehlenswert. In Außenklimaställen müssen Tränken frostsicher ausgeführt sein.
Für das Behandeln und Separieren von Tieren werden spezielle Buchten empfohlen (z.B.: Jeder Kuh sollte eine Abkalbebucht mit einer Mindestfläche von 12 bis 14 m2 zur Verfügung stehen. Bei einer Gruppenbucht kann die Fläche pro Tier auf ca. 10 m2 verringert werden.)
Melkstand: Zu berücksichtigen ist ein hindernisfreier Eingang, genügend Platz beim Ausgang und das Vermeiden von zu großen Helligkeitsunterschieden (Kühe gehen nicht gerne in ein 'schwarzes Loch';)
Auslauf und Weide: Ein Auslauf ermöglicht den Tieren die Befriedigung ihres artgemäßen Bewegungsbedürfnisses und den Kontakt zum Außenklima. Der Auslauf soll mit Beschattungsmöglichkeiten sowie einer Kratzbürste ausgestattet und der Zugang zu Wasser und Futter sichergestellt sein. Auf der Weide soll durch richtiges Weidemanagement und angepasste Besatzdichten für einen ausreichenden Aufwuchs gesorgt werden. Zugang zum Wasser ist ebenfalls zu gewährleisten.
Kälberhaltung: Als Aufstallungsmöglichkeiten bieten sich bei der Gruppenhaltung von Kälbern sowohl Warm- als auch Kaltställe an. Meist kommen Einraumbuchten mit Tiefstreu oder Zweiflächenbuchten mit eingestreuter Liegefläche zum Einsatz.
(3) Das Kapitel Planungsdaten gibt vor allem in Form von Tabellen Auskunft. Es handelt sich um gesetzliche Mindestmaße (in der Broschüre in schwarzem Text) bzw. Richtwerte (in grünem Text) aus Gesetzesinterpretationen. Darüber hinausgehende empfohlene Maße finden sich außerdem in den Kapiteln 'Funktionsbereiche' bzw. 'Planungsbeispiele'.
Einige Beispiele: Mindeststall- und Auslaufflächen für Kälber, Zucht- und Mastrinder; Milch- und Mutterkühe sowie für Zuchtstiere; Fress- und Laufgangbreiten nach Tierkategorie und -gewicht; Mindestmaße für Liegeboxen nach Tiergewicht; Mindestmaße für Einzelbuchten für Kälber; Tier-Fressplatz-Verhältnis; Mindestmaße für Fressplätze u.v.a. Hier findet man auch Werte für die Mindestlichtstärke oder für den Strohbedarf, für das Futter- bzw. für das Düngerlager.
(4) Im Kapitel Planungsbeispiele wird auf Grundsätze für die Stallplanung eingegangen und dann auf insgesamt 21 Seiten Liegeboxenställe (1-reihig-Offenfrontstall, 1-reihig Cucetten, 1-reihig, 2-reihig-Offenfronttall, 2-reihig, 3-reihig-Cucetten, 3-reihig Offenfront) und freie Liegeflächen (Tretmiststall, Tieflaufstall) beschrieben. Zahlreiche Fotos ergänzen die Grundrisse und Schnitte, in Tabellen werden Vor- und Nachteile aufgelistet.
(5) und (6) Auf den letzten Seiten erfährt man Wichtiges über den Ablauf eines Genehmigungsverfahrens und erhält Kontaktadressen für Beratung.
Arbeitsgruppenleitung:
DI Walter Breininger, Landwirtschaftskammer Steiermark (LK Steiermark)
Autorinnen und Autdoren:
DI Walter Breininger
Dr. Elfriede Ofner-Schröck, LFZ Raumberg-Gumpenstein
Ing. Anton Schmid, LK Salzburg
A.Univ.Prof. Dr. Susanne Waiblinger, Veterinärmedizinische Universität Wien
Weiters:
DI Doris Hofer, Bio Austria
DI Harald Huber, LK Kärnten
Ing. Franz Kaltenberger, LK OÖ
Ing. Thomas Kerschbaummayr, Bio Austria
Mag. Vitus Lenz, LK OÖ
Ing. Franz Neubacher, LK OÖ
Dr. Gerhard Plakolm, LFZ Raumberg Gumpenstein
Dr. Karl Plsek, BM für Gesundheit
DI Anna Preinerstorfer, LFZ Raumberg Gumpenstein
Ing. Ursula Riebenbauer
Stefan Rudlstorfer
Ing. Hubert Schilchegger, SLK GesmbH
Ing. Rudolf Schütz, LK NÖ
DI Eduard Wagner, LK NÖ
Univ.Prof. Dr. Christoph Winckler, Universität für Bodenkultur, Wien
Redaktionelle Bearbeitung:
DI Dieter Brandl, ÖKL
Gestaltung:
DI Eva-Maria Munduch-Bader, ÖKL
Impressum:
Österreichisches Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL)
Gußhausstraße 6, 1040 Wien
Tel.: 01/505 18 91, Fax: 01/505 18 19-16, office@oekl.at, www.oekl.at
Ländliches Fortbildungsinstitut Österreich (LFI-Österreich)
Schauflergasse 6, 1014 Wien
Tel.: 01/53441-8566, Fax: 01/53441-8569, lfi@lk-oe.at, www.lfi.at/

