LTS 232 Einfacher Laufstall für kleine und mittlere Milchviehbestände
![]() |
Von der Anbindehaltung zum Laufstall 23 PRAXISBEISPIELE Preis 4 Euro 64 Seiten, farbig Bestellungen unter 01/5051891, office@oekl.at oder im webshop |
LTS 232 Vorwort Bundesminister Berlakovich
LTS 232 Vorwort Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich Wlodkowski
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wichtige Argumente für eine Umstellung von
der Anbindehaltung zum Laufstall
3. Bauliche Rahmenbedingungen
4. Funktionsbereiche und Stallklima
5. Was ist bei der Umstellung zu beachten?
6. 23 Baubeispiele in Österreich
7. Detaillösungen / Tipps aus der Praxis
8. Weiterführende Literatur
Diese Landtechnische Schrift des ÖKL soll für interessierte Landwirtinnen
und Landwirte eine Hilfestellung für die Umstellung von Anbindehaltung auf
einen Laufstall geben. Zur Anforderung nach Bewegungsmöglichkeit von
Rindern laut Österreichischem Tierschutzgesetz 2004 und der 1. Tierhaltungsverordnung
(gültig ab 1.1.2005) bietet der Laufstall eine sinnvolle Variante. In
Österreich gibt es gemäß den Strukturdaten der Milchquote im Grünen Bericht
2010 ca. 40.600 milchviehhaltende Betriebe. Davon sind drei Viertel (ca. 31.500)
mit einer Quote bis zu 100.000 kg ausgestattet. Die Beispielsammlung in dieser
Broschüre liefert speziell für diese Betriebe Anregungen und Lösungsansätze.
Argumente für eine Umstellung zum Laufstall
Die zukünftige Betriebsentwicklung stellt Betriebe mit kleinen und mittleren
Tierbeständen oft vor besondere Herausforderungen. Viele dieser Betriebe
haben zum Teil veraltete Stallungen oder können zu bestehenden Anbindeställen
keine Weide oder keinen Auslauf anfügen. Oft lassen sich aber
Laufställe realisieren, die durch einfache Baukonzepte eine Verbesserung für
die Tierhalterinnen und Tierhalter sowie für die darin gehaltenen Tiere bedeuten.
Die Broschüre soll auf die verschiedenen zu berücksichtigenden Aspekte,
die eine Bewirtschaftung von Laufställen für kleine Einheiten mit sich bringen,
hinweisen. Laufställe haben gegenüber Anbindeställen verfahrenstechnische
und arbeitswirtschaftliche Vorteile. Zugleich stellen sie bei richtiger Ausführung
der einzelnen Haltungsbereiche eine Verbesserung der Tiergerechtheit
gegenüber der Anbindehaltung dar. Sie erfordern aber eine Umstellung im
Betreiben des Stalles und im Umgang mit dem Vieh.
Laufställe für kleine Einheiten haben grundsätzlich auch die oben genannten
Vorteile, welche sich aber nicht immer in vollem Umfang ausnutzen lassen.
Hier gilt es, mit einfachen Mitteln gute und innovative Lösungen zu finden, die
durchaus mit vernünftigen Kompromissen hinsichtlich des Standorts (Platzangebot,
Gelände), der Arbeitswirtschaft und im finanziellen Aufwand zu finden
sind. Ein besonderer Vorteil der Laufstalllösung ist, dass eine klare Zuordnung
und tiergerechte Gestaltung der Funktionsbereiche 'Liegen', 'Laufen' und
'Fressen' möglich ist, wobei die Tiere die einzelnen Stallbereiche jederzeit
selbständig aufsuchen können. Die Beispiele in der Broschüre zeigen dahingehend
Ansätze für mögliche Grundrissvarianten.
Der Laufstall kann im Gegensatz zur Anbindehaltung im Warmstall als Außenklimastall ausgeführt werden, was Vorteile beim Stallklima, der
natürlichen Belichtung und bei den Baukosten bringt. Der Laufstall hat einen
höheren Flächenbedarf als der Anbindestall. Grenzen sind dann gegeben,
wenn der Aufwand für das Gebäude unverhältnismäßig groß wird, arbeitswirtschaftlich
keine Vorteile resultieren oder wenn hinsichtlich der Tiergerechtheit
unzureichende Konzepte entstehen.
Für den Laufstall ist eine gute Mensch-Tier-Beziehung besonders wichtig,
da dadurch der Umgang mit den Tieren einfacher, ruhiger und mit weniger
Unfallrisiko verbunden ist. Genauso von Bedeutung ist aber auch die eigene
Überzeugung des Tierhalters / der Tierhalterin vom gewählten Haltungssystem.
Bei einer Umstellung von Anbindehaltung zum Laufstall ist auch die
Möglichkeit einer eventuellen Betriebserweiterung oder Umstellung auf eine biologische
Wirtschaftsweise bei der Planung zu berücksichtigen. Dies gilt auch
optional für eine spätere Umstellung auf Mutterkuh- oder auf Mastrinderhaltung.



