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Merkblatt 80: Trinkwasserversorgung für Rinder

ÖKL-Merkblatt Nr. 80

1. Auflage 2006

Gemäß Bundes-Tierschutzgesetz müssen Tiere entsprechend ihrem Bedarf Zugang zu einer ausreichenden Menge Wasser von geeigneter Qualität haben. Futter und Wasser müssen in hygienisch einwandfreier Form verabreicht werden. Die Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen sind sauber zu halten und müssen so gestaltet sein, dass eine artgemäße Futter- und Wasseraufnahme möglich ist. Sie müssen so angeordnet sein und betrieben werden, dass alle Tiere ihren Bedarf decken können.

Das ÖKL hat mit den ExpertInnen Dr. Elfriede Ofner (HBLFA Raumberg-Gumpenstein), Ing. Christoph Kowatsch (Landwirtschaftskammer Steiermark), DI Simone Laister (Universität für Bodenkultur, Wien), Mag. Vitus Lenz (Landwirtschaftskammer Oberösterreich), Bmst. Ing. Rudolf Schütz (Landwirtschaftskammer Niederösterreich) und Univ.-Prof. Dr. Josef Troxler (Veterinärmedizinische Universität Wien) ein Merkblatt mit dem Titel ≥Trinkwasserversorgung für Rinder„ (Nr. 80) zusammengestellt, in dem auf alle wichtigen Fragen eingegangen wird.

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Foto: Breininger, LK Steiermark

Nach der 1. Tierhaltungs-Verordnung zum Bundes-Tierschutzgesetz muss die Wasseraufnahme aus einer freien Wasseroberfläche möglich sein. Zapfentränken sind somit als alleinige Trinkwasserversorgung für Rinder als nicht geeignet zu betrachten. Des Weiteren ist bei Gruppenhaltung das Angebot an Tränkevorrichtungen an die Gruppengröße anzupassen. Über zwei Wochen alte Kälber müssen über die Milch- oder Milchaustauschertränke hinaus Zugang zu geeignetem Frischwasser oder anderen Flüssigkeiten in ausreichender Menge haben, um ihren Flüssigkeitsbedarf decken zu können. Bei erhöhtem Flüssigkeitsbedarf (insbesondere bei sehr hohen Temperaturen oder bei Krankheit) muss in jedem Fall der ständige Zugang zu geeignetem Frischwasser sichergestellt werden.

In den Kapiteln ≥Trogtränken„ und ≥Tränkebecken„ (Ventil- und Schwimmertränkebecken) werden alle Systeme aufgelistet sowie Vor- und Nachteile abgewogen; und es wird darauf hingewiesen, wofür welche Art am besten geeignet ist. Im Kapitel ≥Frostgeschützte Tränken„ werden Systeme beschrieben, wie sie vor allem für Außenklimaställe empfohlen werden. Hier reicht die Bandbreite von stromunabhängigen wärmegedämmten Tränken bis zu heizbaren Tränken, drucklosen Niveautränken (Prinzip der kommunizierenden Gefäße) oder sogar Anwärmen des Trinkwassers mittels Zirkulationsheizungen (hohe Stromkosten!).

Als Weidetränken werden meist Fässer mit Tränkebecken eingesetzt, wobei große Tröge dem natürlichen Wasseraufnahmeverhalten der Tiere wesentlich besser entsprechen. Bei hohem Grundwasserspiegel werden auch Weidepumpen verwendet.

Weiters wird auf die Anordnung und Anzahl von Tränken im Anbindestall und im Laufstall eingegangen. In Laufställen kommen zumeist Trogtränken zum Einsatz. Eine Trogtränke (ca. 40 cm breit und ca. 40 cm tief) mit 1 m Länge ist für 15 Tiere, eine Trogtränke mit 2 m Länge für 25 Tiere geeignet. Es ist von Vorteil, pro Tiergruppe jedenfalls zwei Tränkestellen vorzusehen und die Tränke so anzuordnen, dass mehrere Kühe gleichzeitig trinken können. Das vermindert den Konkurrenzdruck in der Herde. Wenn eine Wassernachlaufgeschwindigkeit von mind. 20 l/min sichergestellt ist, können auch im Laufstall speziell dafür konstruierte Beckentränken verwendet werden. Sie sind platzsparend und sorgen für eine geringerer Wasserverschmutzung. Es ist jeweils für ca. 7 ˆ 10 Kühe eine Beckentränke vorzusehen.

Zum Schluss wird noch auf die üblicherweise verwendeten Materialien hingewiesen.

Preis: Euro 4,40

Das Merkblatt umfasst 8 Seiten und enthält zahlreiche Abbildungen und Skizzen.

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