LTS 232 Vorwort Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich Wlodkowski

Die österreichische Rinderhaltung ist viel kleinstrukturierter als in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten, auch in Zukunft wird und soll es möglichst viele Betriebe mit weniger als 25 Milchkühen geben. Für viele dieser Kleinbetriebe, die meist auf Anbindehaltung ausgelegt sind, ist das Verhältnis zwischen der Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion auf der einen Seite und der Arbeitsintensität besonders zu beachten. Hinzu kommt der Ablauf der gesetzlichen Übergangsfristen im Tierschutzgesetz, Mindestabmessungen und Bewegungsmöglichkeit für das Tier. In vielen Betrieben führt das zur Fragestellung, einen Stallumbau oder eine Stallerweiterung vorzunehmen.
Oft sind jedoch neue Bauformen und Baulösungen, bei welchen die Vorteile vor allem bei Neubauten und größeren Tierbeständen zum Tragen kommen, aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen wie z.B. einer beengten Hoflage oder im Berggebiet sowie aufgrund des kleineren Tierbestands nicht passend und daher schwer oder nicht umsetzbar. In der Bauberatung der Landwirtschaftskammern wird diese große Gruppe von betroffenen Betrieben besonders zu beachten sein. Um auch weiterhin das Fortbestehen dieser für Österreich strukturell so wichtigen kleinen und mittleren Betriebsgrößen zu ermöglichen, sind spezielle Anregungen und Erfahrungen aus der Praxis - wie diese in der vorliegenden Broschüre des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik und Landentwicklung gezeigt werden - genau für Stallumbauten in dieser Größenordnung dringend notwendig.
ÖkR Gerhard Wlodkowski,
Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich


