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Programmvorschau Kolloquium

Kraftstoffkosten sparen in der Landwirtschaft

Das diesjährige Kolloquium des ÖKL findet am Donnerstag, dem 24. November (nach Gastspielen in Linz, Wels und Klagenfurt) am traditionsreichen Standort an der Universität für Bodenkultur in Wien statt und widmet sich dem Kraftstoffeinsatz in der Landwirtschaft. Wie stets wird der Diskussion breiter Raum geboten.

Das Thema könnte kaum aktueller sein, denn die Treibstoffpreise haben einen Höchststand erreicht. Dabei mag Spekulation im Spiel sein; es ist aber eine Tatsache, dass der Verbrauch unvermindert zunimmt, etwa weil China sich eben anschickt, unter die maßgeblichen Autonationen und Treibstoffverbraucher aufzusteigen. Das ehemalige Ölpreisniveau wird nicht mehr erreicht werden, umso weniger als die leicht erreichbaren Vorräte zur Neige gehen und künftig z.B. in arktischen Lagen nach Ölsanden geschürft werden muss. Die genannten Vorräte sind fossil und setzen u.a. Treibhausgase frei, deren Klimawirksamkeit erwiesen sind. Einen Ausweg aus der Preis- und Klimamisere bieten die Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, denen im Kolloquium neben der Verbrauchseinsparung ein Schwerpunkt gewidmet ist. (Diese Alternativen sind realistisch, wie zahlreiche soeben gegründete Gemeinschaften mit einer Rapspresse beweisen.)

Der Landwirt kann das Verbrauchsverhalten des Traktors aus Diagrammen ablesen ˆ ein Grundsatzreferat von DI Herbert Lampel (Francisco Josefinum Wieselburg, Biomasse-Logistik-Technologie) erklärt, was ein ≥Muscheldiagramm„ ist oder wie Drehmoment, Drehzahl und ≥Konstantleistung„ zusammenhängen.

Ein weiterer Vortrag von Dr. Gerhard Moitzi (Institut für Landtechnik, Universität für Bodenkultur Wien) erläutert, wie wenig von der eingesetzten Energie auch bei einem modernen Traktor tatsächlich in Zugkraft umgesetzt wird, und wie sich jeder Zentimeter Arbeitstiefe in der Pflanzenproduktion auf den Dieselverbrauch auswirkt.

Über mögliche Einsparungen - unter anderem durch die richtige Wartung und die optimale Arbeitsgeschwindigkeit - berichtet ein Fachmann aus Deutschland, Werner Holz (LWK Schleswig-Holstein, Kiel-Rendsburg).

Leicht provokant klingt der Titel ≥Wie es Euch gefällt„ von Manfred Lober (ehemals Testzentrum und Betriebsmittel der DLG, Deutschland) im Zusammenhang mit den Leistungsangaben für Traktormotoren ˆ dem Käufer missfällt jedoch, dass statt von der DIN-Norm nun auch von EG, ECE und ISO die Rede ist und dadurch Vergleiche erschwert werden. Deshalb gibt es auch praktische Probleme in der Abrechnung bei den Maschinenringen, denn bei z.B. 200 kW kostet eine um nur 10 Prozent abweichende Leistung einiges Geld. Hinzu kommen noch Angaben über kurzzeitig mögliche ≥Boost„ - also (Über-)Leistungen.

Ein im wahrsten Sinne ≥heißes„ Thema kann das Tuning von Traktoren sein, denn die Kühlung wird nicht mitgetunt ˆ so der Beitrag von DI Heinrich Prankl (Francisco Josefinum Wieselburg, Biomasse-Logistik-Technologie). Andererseits machen die Hersteller in einer Baureihe auch nicht viel mehr, als dass mittels Software in das Motormanagement eingegriffen wird und die Leistung relativ kostengünstig erhöht wird. Noch günstiger (aber auch problematisch ˆ siehe Haftpflicht etc.) ist es allerdings, wenn der Landwirt selbst mit einem Chip aus dem einschlägigen Handel eingreift ...

Pflanzenöl ˆ also nicht nur RME - als Kraftstoff wie z.B. aus Sonnenblumensaat, Krambe, Altspeiseöle etc. muss bestimmte Normen erfüllen und wird nicht nur aus Raps produziert, wie ein weiterer Vortrag von Dr. Edgar Remmele (Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing, D) zeigt, der im Zusammenhang mit der Podiumsdiskussion steht: Motorumrüster und Anwender sprechen über die praktischen Erfahrungen mit den neuen ≥nachwachsenden„ Kraftstoffen ˆ im Fall eines aus dem Fernsehen bekannten Pioniers aus Herzogenburg (Josef Gugerell) sind es sehr gute Erfahrungen ˆ und beantworten die Anfragen aus dem Publikum.

Organisatorisches

  • Donnerstag, 24. November 2005
  • Universität für Bodenkultur, Wien
  • Peter-Jordan Straße 82, 1190 Wien
  • Wilhelm Exner Haus, EH 03 (Erstes Obergeschoß, Lageplan)
  • Beginn: pünktlich um 9:30
  • Ende: ca. 17:00 Uhr.
  • Eintritt: 25,- Euro ˆ darin sind ein Tagungsband und der Pausenkaffee inbegriffen.
  • Für ÖKL-Mitglieder ist der Eintritt kostenlos, für SchülerInnen und Studierende ebenfalls.
  • Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Einladung Kolloquium 05 [pdf-Format, 915 kB]

Referenten Kolloquium 2005

Nähere Informationen bei DI Gebhard Aschenbrenner, ÖKL: oder 01/505 18 91-10

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