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Der Veranstaltungsbericht

Biosphärenpark Wienerwald - Chancen für die Landwirtschaft

Bei strahlendem Herbstwetter fanden sich am Donnerstag, dem 13. Oktober, 70 Interessierte zur Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema ≥Biosphärenpark Wienerwald ˆ Chancen für die Landwirtschaft ˆ Beispiele hier und anderswo„ im Pfarrsaal der Gemeinde Klausen-Leopoldsdorf in Niederösterreich ein. Eingeladen haben das Österreichische Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) und das Biosphärenpark Wienerwald Management.

Der Wienerwald, eine einzigartige Kulturlandschaft, die durch den Einfluss des Menschen geformt wurde und aus der dieser auch nicht wegzudenken ist, wurde im Juni 2005 von der UNESCO offiziell als ≥Biosphärenpark„ anerkannt.

Das Planungsgebiet enthält Flächenanteile von 51 niederösterreichischen Gemeinden und sieben Wiener Bezirken; die gesamte Fläche beträgt 105.645 Hektar. Das weltweite Netzwerk des Biosphärenparks ist Teil des Forschungsprogramms der UNESCO ≥MAB ˆ Man and Biosphere„. Es geht ausdrücklich um das Zusammenwirken von Mensch und Umwelt.

Die Veranstaltung strich die Bedeutung der Landwirtschaft als Stabilisator für den Lebensraum Wienerwald heraus, arbeitete ökologische und regionalwirtschaftliche Aspekte heraus und beleuchtete auch bereits umgesetzte Projekte.

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Die Referate

Landesrat DI Josef Plank betonte, dass die Weichen für das ehrgeizige Unternehmen ≥Biosphärenpark Wienerwald„ gut gestellt und die formalen Dinge fast abgeschlossen sind; 2006 beginnt die offensive Umsetzungsphase. Der Wienerwald ist eine ≥spannende Region„ mit vielen Widersprüchen, und der Erfolg wird dann eintreten, wenn alle in der Region lebenden und arbeitenden Menschen eingebunden werden. Die Landwirtschaft im Wienerwald steht ˆ mehr als anderswo - im Spannungsfeld zwischen Aufgabe und Intensivierung. Auf vier Schwerpunkte setzt Plank: Tourismus, Bewusstseinsbildung, Energieversorgung und Mobilität. Wenn diese Herausforderungen bewältigt werden, wird das Prädikat Biosphärenpark nicht nur ein schönes Etikett sein. Die Latte ist hoch, das Ziel ist anspruchsvoll, die Chancen, Schritt für Schritt zum Erfolg zu kommen, sind groß.

Der Wiener Forstdirektor DI Andreas Januskovecz streicht die Bedeutung der Wiesen als ≥Abwechslung„ zum Wald heraus, ohne die der Wienerwald nicht d i e Attraktivität als Erholungsraum hätte. Er geht darauf ein, wie sich das Land Wien um die Pflege und Erhaltung dieser Flächen bemüht, wobei die Landwirtschaft den wichtigsten Vertragspartner darstellt.
(Referat 13. Oktober 05 Januskovecz [pdf - 1.1 MB])

Mag. Günther Loiskandl Biosphärenpark Wienerwald-Manager gibt den ZuhörerInnen einen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Biosphärenparks sowie den aktuellen Stand seiner Entwicklung. 5 % der Fläche sind als Kernzone vorgesehen, wobei es sich hier ausschließlich um Wald handelt, der aus der forstwirtschaftlichen Nutzung gegen Entschädigung herausgenommen werden soll. Pflegezonen, die überwiegend im ≥Offenland„ liegen, vorwiegend Wiesen- und Weideflächen, kennzeichnen die wertvollsten Bereiche der Kulturlandschaft. Der Hauptteil, nämlich 76 % der Fläche, nennt sich ≥Entwicklungszone„. Hier finden sich Siedlungsgebiete, Straßen, etc., also jene Räume, in denen die Menschen der Region leben und in denen interessante Zukunftsprojekte ins Leben gerufen werden können.
(Referat 13. Oktober 05 Loiskandl [pdf - 926 K])

Über das konkrete Projekt ≥Wienerwald-Weiderind„ berichtet DI Barbara Steurer vom Österreichischen Kuratorium für Landtechnik und ˆentwicklung. Ziel dabei ist die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gewerbetreibenden, Konsumenten und Naturschutz zum gegenseitigen Nutzen. Die Weiderindhaltung ist ein bewährtes Konzept, wie man tiergerecht und naturschutzkonform hochwertiges Fleisch produzieren kann. Schon im nächsten Jahr soll mit der Produktion begonnen werden. Für die Landwirtschaft wird eine wirtschaftliche Stärkung der Betriebe durch gesicherten Absatz bei ˆ wegen der extensiven Haltung - niedrigerem Arbeitsaufwand angestrebt. Dem Konsumenten kann die transparente Produktionsweise Sicherheit bieten. Das Gefühl, sich die Tiere auf der Weide jederzeit beim Sonntagsspaziergang anschauen zu können, sowie das Bewusstsein, aktiv etwas zur Erhaltung seines Lebens- und Erholungsraumes zu tun, sollen die Kaufentscheidung beeinflussen.
(Übrigens: ≥Biosphärenpark„ heißt nicht, dass ausschließlich biologisch produziert werden muss ...)
(Referat 13. Oktober 05 Steurer [pdf - 332 K])

Die Vermarktungsgemeinschaft Wienerwald wird von Regionalmanager DI Andreas Hacker und Ing. Michael Staribacher vorgestellt. Unter der Dachmarke Wienerwald werden hochwertige landwirtschaftliche Produkte vermarktet, zum Beispiel in Form des ≥Wienerwald-Geschenkkorbes„.
(Referat 13. Oktober 05 Hacker/Staribacher [pdf - 146 K])

DI Dieter Popp aus Deutschland berichtet über das erfolgreiche Konzept des ≥Naturparks Eifel„. Diese Region ist mit dem Wienerwald durch die Nähe zu Großstädten mit kaufkräftigem Publikum zu vergleichen. Dort wird z.B. Fleisch zu Preisen, die mit dem berühmten spanischen ≥Seranoschinken„ zu vergleichen sind, vermarktet.
(Referat 13. Oktober 05 Popp [pdf - 495 K])

Ein weiterer Biosphärenpark in Österreich, das Große Walsertal, (weltweit gibt es 482!) besteht bereits seit fünf Jahren. Dort hat die Landwirtschaft, vor allem Fleisch- und Milchproduktion ˆ siehe z.B. Bergkäsemarke ≥Walserstolz„, einen hohen Stellenwert. Dennoch ist sie auf Dauer nur überlebensfähig, wenn Landschaftspflege und Naturschutzleistungen der Landwirte als ≥Produkt„ mitvermarktet werden, so LAbg. Josef Türtscher. Der wichtigste Ansatz ist: ≥Partizipation als Schlüssel zum Erfolg!„
(Referat "13. Oktober 05 Türtscher 2" [pdf - 1.4 MB])

Für einen Biosphärenpark fließt zwar nicht unmittelbar Geld; das Lukrieren von Projektfördermittel für eine Region mit ≥nachgewiesenem Nachhaltigkeitsansatz„ ist hier jedoch ungleich leichter.

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