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Was ist Tiergestützte Therapie und Pädagogik am Bauernhof?

Was ist Tiergestützte Therapie, Pädagogik und Fördermaßnahmen am Bauernhof?

Tiergestützte Arbeit am Bauernhof bezeichnet den gezielten Einsatz von landwirtschaftlichen Nutztieren wie z.B. Schweinen, Ziegen, Rindern am Betrieb im Rahmen von Therapie, Pädagogik und Freizeitgestaltung.

Die KundInnen, welche aus sozialen Betreuungseinrichtungen, Schulen, Krankenhäusern etc. kommen, werden am Bauernhof von einer landwirtschaftlich ausgebildeten Fachkraft und einer therapeutisch, pädagogisch oder sozial ausgebildeten Person betreut und angeleitet. Beide Teampartner haben auch eine Ausbildung in Tiergestützter Therapie, Pädagogik und Fördermaßnahmen am Bauernhof.

Das Programm umfasst Füttern, Pflege der Tiere, Streicheln und Spielen mit den Tieren sowie gezielte, individuell auf die jeweilige Person abgestimmte pädagogische bzw. therapeutische Interventionen mit Unterstützung der Nutztiere. Die Tiere sind speziell trainiert und ausgebildet, sodass höchste Sicherheitsanforderungen erfüllt sind und vielfältige Aktivitäten mit den Tieren durchgeführt werden können.

Der Ortswechsel und die lebendigen Eindrücke am Hof stellen einen wesentlichen Unterschied zu den Besuchsdiensten von Hunden dar; diese kommen mit Ihren HundeführerInnen in die Einrichtungen √ es findet kein Schauplatzwechsel für die KundInnen statt. Am Bauernhof hingegen kommen die KundInnen in eine neue Umgebung, und können nicht nur von den Tieren selbst, sondern vom ganzheitlichen Erlebnisumfeld profitieren. Das ländliche Umfeld wirkt sich gemeinsam mit dem gezielten Einsatz der Nutztiere positiv auf das Erleben und Verhalten von Menschen aus.

Menschen, die ihren Alltag über lange Zeiträume in Räumlichkeiten von Institutionen verbringen, nehmen am Bauernhof am wirklichen Leben mit seinen Verpflichtungen und Notwendigkeiten teil. Sie erhalten Einblick in die jahreszeitlichen Veränderungen, die wiederkehrenden Zyklen der Natur und werden oft in das Familienleben der Bauernfamilie eingebunden. Die Menschen können beobachten, wie sich Jungtiere zu Erwachsenen entwickeln, sie verfolgen den Reifungsprozess, von der Obstbaumblüte bis zur Ernte und lernen dabei mit beginnendem und zu Ende gehendem Leben umzugehen.

Tiergestützte Arbeit mit Nutztieren findet an verschiedenen Schauplätzen statt: im Stall, auf der Koppel, auf der Weide oder zum Beispiel im Melkraum; und sie findet bei unterschiedlicher Witterung statt. Beide Faktoren stellen erhöhte Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit und Aufmerksamkeit der einzelnen Beteiligten.

Das vielfältige Erleben am Bauernhof mildert das Gefühl der Ausgrenzung und Monotonie; Abwechslung und sinnvolle Beschäftigung mit den Quellen unserer Existenz können oft dort mit Sinn erfüllen, wo vorher beängstigende Leere war. Sinneserlebnisse, wie der Duft von Heu, das Angreifen von Erde oder Stroh, die Handhabung traditioneller bäuerlicher Werkzeuge und die Pflege der Tiere können gezielt eingesetzt werden, um individuelle Förderziele zu erreichen. Die körperliche Nähe, die Wärme und die Lebendigkeit der Nutztiere steigern dabei das emotionale Erleben der KlientInnen und öffnen damit einen der wichtigsten therapeutisch-pädagogischen Kanäle.

Der gezielte Einsatz landwirtschaftlicher Nutztiere und die Durchführung der gesamten Einheit auf dem Bauernhof, stellen weltweit eine Neuerung dar; Österreich hat auf diesem Gebiet die Vorreiterrolle übernommen.

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